Die Philosophie des Overnighters

Gut, dass wir Dinge, die wir viel öfters machen sollten, nicht viel öfters machen. Weil wir sie sonst nicht mehr gerne oft machen wollen würden.

Eigentlich weiß der Verstand, wie erhaben es ist, mit Blick in den Sternenhimmel einzuschlafen. Aber Wissen ist nichts im Vergleich zum Erfahren. „Verdammt ich wusste doch, wie schön es ist“ denkt sich die Einschlafende, und wird es doch bald wieder vergessen haben. Wenn es das nächste Mal darum geht, sich für das Ausschlafen im Bett oder das Gewecktwerden vom Morgentau zu entscheiden, ist es wieder so, als hätte sie keine Ahnung. Als wüsste sie überhaupt nichts, die dumme Nuss.

Was ist schon zu tun? Ein bisschen Packen, ein bischen Planen, vielleicht etwas mehr als für die immer gleiche Feierabendrunde. Das Campinggeschirr aus der Garage hervorkramen. Milch in eine Trinkflasche füllen. Eine kantige Espressomaschine im Bikeruckack verstauen.

Und trotzdem dauert es stets Monate, bis sich die Trägheit austricksen lässt wird. Bis ein einfaches Vesper (etws Brot, Käse, vier Tomaten, Gurke und zwei hartgekochte Eier) zu einem Festmahl wird und zwischen Kauen und schweigend in die Ferne gucken irgendwann der Satz fällt: „Das sollten wir viel öfters tun“.

  

Sollten wir?

 

 

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